Dreadlocks FAQ

Moin Lüü, liebe Leser*innen, ehrlich gestanden tun mir im Augenblick meine Finger weh. Ich erzähle euch hier nun, warum.

Momentan ergibt sich einfach kein Termin bei meiner Dreaderin. Seit einem guten Jahr bin ich nicht mehr da gewesen. Und auch meinen letzten Termin musste ich absagen, weil genau an diesem Tag, endlich mal wieder eine Veranstaltung stattgefunden hat, auf der wir arbeiten durften. Nun heißt es durchhalten bis November.

Ein Jahr keinen Pflegetermin mehr… eigentlich müsste ich in Hysterie verfallen. Doch überraschender Weise behalte ich meine Würmchen im Griff. Sie entwickeln sich weiterhin gut. Ab und an… meist auf dem Sofa, wird der herausgewachsener Ansatz immer mal wieder mit Tighten Roots bearbeitet.

Dieses Mal habe ich mir allerdings alle Würmchen auf einmal vorgenommen. Einfach mal Klarschiff machen 😆, daher tun mir auch heute die Finger vom Häkeln weh. 🙃

Tighten Roots

Beim Tighten Roots nehme ich mir jeden einzelnen Dread vor. Ich fühle dabei sofort, ob die einzelnen Dreads ineinander verfilzen wollen. Dann ziehe ich sie behutsam auseinander, hartnäckige Härchen ziehe ich wieder da hin, wo sie hingehören. Den Bündel lockerer Härchen mit dem Dread rubbel ich solange kreisförmig und mit leichtem Druck auf meiner Kopfhaut, bis sie verfilzen. Dabei halte ich den Dread, wie eine Zigarette, zwischen zwei Finger. Ich ziehe den Dread am Ansatz etwas auseinander, dann verfilzt der Dread beim Tighten Roots noch effektiver. Der Druck auf der Kopfhaut sollte nicht zu stark sein, sonst tut’s nämlich irgendwann weh.

Häkeln

Nach dem Verfilzen durch Tighten Roots geht’s an Häkeln. Ich häkle sie quasi in Form und das so lange, bis sie schön straff und fest sind. Ich fange an dem noch alten verfilzten und gehäkelten Bereich an, ziehe beim Häkeln die, durch Tighten Roots neu entstandenen verfilzten Bereiche, nach und nach mit in den Dread und verhäkle sie und das Millimeter für Millimeter rund um den Dread, bis ich irgendwann am Ansatz bin und es nicht mehr weiter geht. Wichtig, rundherum häkeln, so bleiben sie in Form.

Übrigens die Knotenmethode oder auch Durchziehmethode genannt, ist sehr effektiv, denn die Ansätze und losen Haare werden damit fest vereinigt und nachhaltig verbunden. Jedoch wende ich die nicht selbst an, das überlasse ich Shapati, meiner Dreaderin. Sie zieht den Dread bis zu zweimal durch den Ansatz und verhäkelt danach den Ansatz anständig. Sie sieht mehr auf meinem Kopf, als wenn ich das erfühlen will – gerade im hinten Bereich. Und die Dreads liegen dann richtig stramm am Ansatz. Ich verhäkle das lieber etwas lockerer, denn ich hasse, ehrlich gestanden, dieses Ziepen. 🤣 Bei Shapati halte ich einfach durch. 🙃

Wenn der Ansatz verhäkelt ist, häkle ich den einzelnen Dread auch noch ein Stück weit nach unten. Also vom Ansatz weg. Damit bekomme ich mehr Stabilität und Haltbarkeit, da ich vom neu gehäkelten Bereiche in den alten Bereich häkle und dadurch das Neue mit dem Alten besser verbinden kann.

Vorne noch die Fusselhärchen einarbeiten, dann bin ich durch

Schafswolle

Ich habe sie dieses Mal alle und bis in die Spitzen neu verhäkelt, um die Schwachstellen zu finden und locker gewordene Stellen wieder straff zu häkeln – quasi sind sie komplett von mir restauriert worden. Ansonsten häkle ich gar nicht mehr. Muss nämlich nicht sein, die entwickeln sich echt von selbst. Zumal, durch das ständige Häkeln stört man den Entwicklungsprozess der Dreads und sie werde wieder kratziger und irgendwann brechen sie auch – gerade Extensions mögen kein permanentes Häkeln.

Schwachstellen, also wo sie zu dünn geworden sind, werden mit natürlicher und unbehandelter Schafswolle aufgefüllt und verhäkelt. Ich nehme dazu einfach etwas Schafswolle und umwickle damit die zu dünn geworden Stellen. Dann häkle ich die Schafswolle in den Dread rein. Ist der Bereich noch zu dünn, kommt noch eine Lage Schafswolle drauf und wird verhäkelt. Wichtig dabei, die Schafswolle auch unterhalb und oberhalb im Bereich, wo alles noch schön dick ist, mit verhäkeln. Nur dann bekommt man eine Verbindung mit dem gesamten Dread zustande und die verstärkte Stelle hält dann sehr gut. Dann gehe ich mit Palmrolling über die Stelle und rolle solange, bis die Schafswolle sich an den Dread anschmiegt und eins mit dem Würmchen wird.

Warum Schafswolle? Man könnte auch Echthaar dazu verwenden. Ich nehme Schafswolle, weil die schön weich ist und auch bleibt. Dann kratzen solche Stellen nicht, wenn ich sie mal lang trage. Das macht mich ganz kirre, wenn die auf meinem Rücken kratzen. Zumal meine Dreads inzwischen schön weich sind und ich sie damit auch an den Stellen weich behalte.

Lasst euch keinen Bären aufbinden, Schafswolle stinkt nicht und sie hält auch beim Waschen. Und man bekommt sie in allen möglichen Farben.

Palmrolling

Mittels Palmrolling verschaffe ich dem einzelnen Dread seine Form und verfilze und verfestige ihn zugleich. Dazu nehm ich einen Dread zwischen meine beiden Hände und rolle ihn hin und her, als ob ich mir die Hände wärmen will. Macht das mal, denn die lästigen Härchen legen sich damit auch wunderbar an den Dread.

Tightening Spray

Was sehr effektiv ist – Tightening Spray von Dollylocks! Ich sprühe die einzelnen Dreads damit ein und arbeite mittels Palmrolling das Tightening Spray schön in meinen Dread ein. Damit liegen alle Fusselhaare am Dread und verbleiben auch da. Außerdem riechen sie mit diesem Tightening Spray wundervoll. Es gibt verschiedene Duftnoten. Mir gefällt das Vanilla Twist am Besten.

Das Spray kommt auch nach dem Waschen auf meine Dreads und mit Palmrolling wird dann jeder einzelne Dread wieder in Form gerollt. Das wiederhole ich nach drei Tagen nochmals, denn erst dann legen sich die Fussel-Härchen wieder und werden eins mit dem Dread. Durch das Waschen stellt sich nämlich die Haarstruktur auf und die Härchen stehen wie wild ab. Einfach zwei bis drei Tage warten, dann legen die sich von alleine wieder an den Dread und mit dem Tightening Spray verstärkt man das Anliegen nachhaltig.

Meine Dreads sind lang geworden, daher trage ich sie meist als Dutt. Die Fusselhärchen sind weitgehend eingearbeitet. Fertig.
Und so sehen sie aus, wenn ich sie mit Palmrolling und Tightening Spray behandelt habe.

Ich färbe meine Würmchen nicht. Das helle sind meine gefärbten Haare, die wir einst zu Dreads verarbeitet haben.

Das waren sie, als sie neu erstellt wurden.

Wenn ich mir das erste Bild anschaue und das letzte… meine Fresse, was sind die in den Jahren gewachsen und sie haben sich echt ganz toll entwickelt. Hätte ich ab und zu fast nicht gedacht. Es gab Zeiten, da wollte ich sie sogar entnervt abschneiden. Gut, dass ich das nicht gemacht habe. 😃

So, ich haben fertig. Macht’s gut, passt auf euch auf und bleibt gesund.

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