Ruhig ist es um mich geworden….

Ich habe ja schon eine gefühlte Ewigkeit nichts mehr geschrieben. Schuld daran ist eine Fellnase namens Georgia.

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Georgia hält mich ganz schön auf Trapp. Sie ist zwei Jahre alt und kommt aus Andalusien. Letzten Samstag ist sie angereist. Georgia hat die überwiegende Zeit ihres Lebens in einer Tierauffangstation in Spanien verbracht. Man fand sie als Welpe fast verhungert am Straßenrand. Nach mehreren Monaten Aufenthalt in der Klinik war sie in soweit stabilisiert, dass sie zur Auffangstation konnte.

Ich bin mit Hunden groß geworden, daher war es immer mein Bestreben, wieder einen Hund zu haben. In meiner Zeit als Angestellte war an Hund gar nicht zu denken. In der Zeit hätte ich ihn am Tag viel zu lange alleine lassen müssen. Aber nun mit Haus und Hof war es irgendwie klar, dass wir eines Tages wieder auf den  Hund kommen würden.

Wir wollten ursprünglich einen Hunde aus dem Tierheim holen. Online schauten wir uns die Bilder der Hunde an und fanden dabei auch Georgia. Das Tierheim Ammerland, das stellen wir schnell fest, vermittelt nämlich auch Hunde aus Tötungsstationen und Auffangstationen in Spanien.  Und so war es um uns geschehen.

Seitdem steht mein Leben allerdings auf dem Kopf. So ein Hunde sorgt ganz automatisch dafür. Ich las tagelang Bücher über Hundeerziehung, schaute mir zig Videos darüber an und musste letztendlich entscheiden, wie ich Georgia überhaupt erziehen soll. Fest steht, sie braucht eine Führung und das konsequent. Wichtig ist mir, dass sie mit Sinn und Verstand und gewaltfrei erzogen wird.

Auf eine Hundeschule habe ich momentan jedoch wenig Lust. Dieses ganze Tête-à-Tête mit neurotischen Hunden und hyperventilierenden Hundehaltern, darauf kann ich verzichten. Ich kenne meine Richtung und ich weiß, dass ich zunächst Konsequenz an den Tag legen muss, damit Georgia uns nicht auf dem Kopf tanzt.

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Wer jedoch noch wenig Orientierung und Ahnung hat, wo er anfangen soll, dem empfehle ich die Onlinehundeschule von André. Mit Clickertraining oder auch ohne und nur mit passenden Kommandos veranschaulicht er mittels Videoclips, wie Hundimandi sich erziehen lässt. Erst werden Grundkommandos einstudiert und wenn das alles klappt, dann geht es im Aufbautraining weiter. Man braucht auf jedem Fall Geduld und Zeit. Bis die Fellnase alles versteht und umsetzt, vergehen gute 12 Wochen.

Ich finde, der Hunde muss zuerst lernen, dass er sich auf Kommando hinlegt oder hinsetzt, auf seine Decke geht, auf Zuruf herkommt, an der Leine gefügig geht, aber auch als Freiläufer in Sichtweite bleibt. Es gibt noch viel mehr Kommandos, die das Hunde-Menschleben gewaltig erleichtern kann. All das findet ihr bei André in seiner Online-Hundeschule. Schön ist, dass man André bei Fragen per Whatsapp kontaktieren kann. Endlich frei von irgendwelchen Terminen und trotzdem mitten dabei. Richtig toll, das Konzept von André.

Ich bin seit Dienstag damit beschäftigt, Georgia „Sitz“ und „Platz“ beizubringen. Sie ist gottlob gelehrig. Das habe ich auch schon anders erlebt. Mein Dackel zum Beispiel, der war einfach nur stur. Bis ich ihn soweit hatte…. Aber mir hat eine unschlagbare Waffe geholfen um bei ihm letztendlich doch schnell zum gewünschten Ziel zu kommen – seine Verfressenheit! Mit Leckerchen war er sooo gelehrig…. 😉 Hehehe!

Aber das Menschen- bzw. Hundeleben besteht nicht nur aus Kommandos und Leckerchen.

Das Leben selbst änderst sich für beide Seiten gewaltig. Georgia muss uns vertrauen können und wir… ja wir müssen vieles anders machen und organisieren. Neben Geogia lesen zu  lernen, steht auch unsere Flexibilität auf dem Prüfstand. Kann sie alleine bleiben und können wir demnach auch mal das Haus ohne sie verlassen? Ist es ihr möglich, ohne Angst Auto zu fahren? Können wir mit ihr irgendwann in Ruhe essen gehen? Und unsere Strandspaziergänge – an welchen Stränden können wir mit ihr das tun? Welche Hotels akzeptieren auch Hunde? Das sind alles Fragen, die wir uns vor Georgia noch nicht stellen mussten.

Ich möchte Georgia auch nicht immer hinter mir stehen haben, wenn ich in der Küche mit etwas raschle oder hantiere. Heißt für mich, genauestens darauf aufzupassen, dass sie ihr Futter z.B. nicht mit dem Geräusch verbindet oder gar etwas vom Küchetisch zugeworfen bekommt. So etwas merkt sich ein Hund sofort und dann kann er mit der Zeit sehr penetrant werden. Wenn ich ihr das Futter hinstelle, muss sie zunächst warten. Erst wenn ich das will, darf sie zu ihrem Futternapf gehen. Das befolgt sie von Anfang an. Auch aus der Tür gehen, das war ohne sie noch anders. Sie muss verstehen  lernen, dass sie nicht zuerst durch die Tür gehen darf. Damit vermeide ich, dass sie vorschnell auf die Strasse läuft und sie zudem gleich merkt, ich bin ihr Rudelführer – sie muss sich nach mir richten.

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Georgia ist eine riesige Knutschkugel – es ist daher wichtig, ihr nicht alles durchgehen zu lassen. Sie bekommt ihre eingeforderte Schmuseeinheiten, ganz klar. Es gibt aber auch Zeiten… ich gebe es zu… gerade früh morgens, da will ich in Ruhe gelassen werden. Fordern löst bei mir schlechte Laune aus. Daher wird sie früh morgens weitgehend von mir ignoriert. Sie ist sehr feinfühlig, sodass sie schnell begriffen hat, zu welchen Zeiten ich nicht will. Das ist wohltuend und erleichtert das Miteinander ungemein. Ansonsten züchtet man sich sehr schnell einen Stalker-Hund, der einen ständig verfolgt und alles auf Schritt und Tritt mit Blicken kommentiert. Ich spreche da aus Erfahrung, denn unsere Dackel waren alle so. Bei so einem Zwerg geht das noch… aber bei einem größeren Hund, wie Georgia, wird das gleich zum Problem. Denn ihre Nase reicht auf jede Arbeitsplatte.

Gerade hatte ich so einen Moment… ich sitze auf meinem Meditationskissen vor dem Wohnzimmertisch und schreibe das hier gerade. Sie schaut mich von ihrer Decke aus an, ich erwidere den Blick und sie kommt daraufhin zu mir. Kurzes Geschmuse und Gedrücke – dass ich durchaus gerne zulasse. Aber dann muss auch wieder gut sein, ohne dass ich sie scharf in ihre Grenzen verweisen muss.  Ich drücke sie also sanft weg, schaue sie nicht mehr an und mein Kommando heißt dann: so nun ist gut! Sie versteht es und geht zurück auf ihre Decke. Beide können mit einem guten Gefühl aus der Situation gehen – genau so ist es angenehm. Auch das Anspringen, sie macht das gerne mal aus Übermut. Wenn ich es nicht will, drehe ich mich weg und sie versucht es dann auch nicht mehr. Sehr gut! Mal darf sie es – meist will ich es nicht, da ich gute Klamotten anhabe oder sie total dreckig ist. Sie begreift das sehr gut. Anderen Hunden muss man das leider für immer verbieten – auch gut. Egal wie, das Zusammeleben muss klappen.

Und jeder kennt es, wenn ein Hund neurotisch wird, ständig herumwinselt, bellt, einfordert und dauernd unzufrieden ist. Da macht das alles kein Spaß mehr und ein Hundehabenwollen wird schnell zum blanken Hundehorror. Und dafür bin ich nicht der Typ.

 

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