Wir sitzen quasi auf dem Pulverfass

Am liebsten möchte ich sagen, dass mich dieses Coronavirus sonst wo kann. Verdrängung täte nämlich gerade richtig gut.

Aber die Wirklichkeit sieht offensichtlich anders aus. Zudem soll man sich ja jeglicher Herausforderung stellen. Das tue ich dann jetzt mal mit diesem Artikel.

Um die Situation genauer zu beurteilen, kann sich mit dem Video von Terra X Lesch & Co eingehender über COVID-19, das Coronavirus, informieren. Über ein Corona-Bier würde ich mich aktuell doch lieber informieren 😁. Egal, hilft alles nichts.

Durch den Ausbruch in Norditalien ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir in Deutschland davon betroffen sein werden. Diese Zeile hatte ich vor zwei Tagen geschrieben. Nun sind akute Fälle in Baden Württemberg und in Nordrhein-Westfalen gemeldet worden, weitere Verdachtsfälle sind auch aus Niedersachsen gemeldet. Die Patienten aus Bayer allerdings, wurden inzwischen genesen aus dem Krankenhaus entlassen.

Die Ausmaße für unser kleines Land sind, milde gesagt, nicht einschätzbar. Über den Daumen gepeilt, würde ich sage, das Virus wird, wenn es sich massiv ausbreitet, erheblichen Schaden anrichten.

Zahlen mal im Vergleich

Um allerdings objektiv zu bleiben, führe ich die vorletzte, ungewöhnlich starke Grippewelle Winter 2017/18 zum Vergleich an. Damals zählte man neun Millionen Arztbesuche und es sind, laut Robert-Koch-Institut, schätzungsweise 25.100 Menschen daran gestorben! Nur in Deutschland! Dazu momentan gezählte 77.000 am Coronavirus infizierte Menschen in China, wovon 2592 gestorben sind…

Die Frage dazu liegt auf der Hand: Machen wir uns zu sehr verrückt?

Großplastik Coronavirus
Großplastik von Jacques Tilly und Team beim diesjährigen Karneval in Düsseldorf

Nicht dass bei einem Ausbruch viele in Deutschland am Coronavirus erkranken und ein kleiner Teil auch daran sterben wird. Auch unsere Wirtschaft wird unter Umstände zum Erliegen kommen, wenn wir drastische Maßnahmen dazu einleiten sollten. Zumindest ist das momentan in anderen Ländern der Fall.

„Veränderte Lage“ kann alles heißen

Jens Span, unser Gesundheitsminister, spricht aktuell von einer „veränderten Lage“. Ist das wie die Aussage „alternative Fakten“? Also spricht er nicht wirklich davon, was geschehen wird, wenn sich dieses Virus hier ausbreitet?

Gestern haben uns unsere Freunde angeschrieben. Sie fragten, wann wir uns, vor unserer gemeinsamen Kreuzfahrt, treffen wollen. In diesem Moment empfand ich diese Frage mehr als deplatziert. Lesen die keine Zeitung oder verfolgen die das Weltgeschehen nicht? Ich konnte ihnen nicht wirklich eine Antwort geben. Unsere Kreuzfahrt wollen wir im April antreten und sie beginnt in Genua… ausgerechnet da, wo das Virus in Norditalien tobt. Ich will da momentan nicht wirklich hin. Und ehrlich gesagt, verspüre ich gerade sehr wenig… mit anderen Worten, ich habe nicht im geringsten den Kopf für dieses Thema. Doch unsere gemeinsame Reise ist ein Geschenk… Ich kann ihnen daher unmöglich jetzt schon absagen. Also laviere ich mich um das Thema irgendwie herum. Bloß keine Aussage tätigen, um unsere Freundschaft nicht übermäßig zu strapazieren. Was für ein blödsinniges Dilemma… Und ich hoffe immer noch, dass sich bis dahin die Lage spürbar verbessert hat. Denn freuen tun wir uns schon darauf.

Momentan verspüre ich jedoch die leise Vorahnung, dass wir tatsächlich unsere Gesundheit riskieren, wenn wir auf Reise gehen würden. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, das die Mittelmeer-Kreuzfahrt vom Reiseveranstalter gecancelt wird, falls sich COVID-19 deutlicher ausbreiten sollte. Mir käme das gerade recht.

Bluttest in den Händen mit positivem Ergebnis COVID-19
Bluttest: Positiv – an COVID-19 erkrankt

Hinzu gesellen sich erste Gedanken, wenn wir zum Beispiel daran erkranken oder gar auf dem Schiff festsitzen, weil andere daran erkrankt sind. Ich verspüre keinerlei Bedürfnis, darauf wochenlang festgesetzt zu werden.

Ganz zu schweigen von einem Ausbruch im eignen Land und den dazu erwartenden Maßnahmen und dessen Folgen. Für unsere mobile Gastronomie, die bundesweit im Einsatz ist, bedeutet das über kurz oder lang das infernale Aus. Die Auswirkungen eines Ausbruches kann ich jetzt schon ziemlich genau für unser Business nachempfinden. Viele Veranstaltungen, auf denen wir Geld verdienen könnten, würde abgesagt. Das Ausmaß dessen wäre für uns einschneidend. Ohne Umsätze können wir uns vielleicht ein paar Monate über Wasser halten. Ich will das Konstrukt gerade gar nicht bis zu Ende denken, denn es löst in mir durchaus begründete Bedenken aus.

Für unsere Wirtschaft hätte ein massiver Ausbruch des COVID-19 durchaus katastrophale Auswirkungen. Man spricht jetzt schon von einer drohenden Rezession. Hinzu kommt, dass unser Wirtschaftswachstum eh momentan verhalten daher kommt.

Wenn man Clemens Wendtner, leitende Infektiologe der Klinik Schwabingen, Glauben schenken darf, seien die erwähnten 1716 (inzwischen ist die Anzahl weiter gestiegen) Gesundheitsarbeiter und Ärzte in China, die sich bereits infiziert hätten, ein eindeutiger Hinweis darauf, wie ansteckend das neue Virus sei.

Stehen wir unter Umständen vor einem Infarkt, wenn das Virus seinen Weg zu uns nach Deutschland findet, mit anderen Worten massiv ausbricht?

Über die Luft übertragbar

In dem Artikel der FAZ wird berichtet: Noch mehr lernen kann man in dieser Hinsicht aus der Ansteckungswelle auf dem japanischen Kreuzfahrtschiff Diamond Princess mit zu Beginn 3700 Passagieren an Bord. 454 Sars-CoV-2-Infektionen (inzwischen sind es noch viel mehr) sind dort inzwischen bestätigt… Die entscheidende Frage ist, ob alle diese Ansteckungen bereits vor Inkraftsetzen der strengen Isolationsregeln auf dem Schiff geschehen sind oder danach. Weiter heißt es: „Wenn dem so wäre“, gibt der Regensburger Infektiologe Bernd Salzberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, zu bedenken, „dann ist eine Übertragung ohne direkten Kontakt, zum Beispiel über die Klimaanlage oder sanitäre Einrichtungen zumindest in Betracht zu ziehen…“

Wentdner hält das ebenfalls für denkbar: Sofern in den Klimaanlagen des Schiffes keine hocheffizienten Partikelfilter verwendet würden, wie man sie in Kliniken wie der seinen einbaue, müsse man mit einer Übertragung durch die Luft rechnen.

Frau Prof. Susanne Herold, Expertin für Infektionskrankheiten, dazu im Interview mit ZDF heute+

Mit geht gleich wieder die eigene Schiffsreise durch den Kopf – und mit diesen Hiobsbotschaften soll ich mich auf eine Schiffsreise freuen?

Ganz davon mal abgesehen, für unser winziges Land, im Vergleich zur Größe von China, wäre ein Ausbruch eine enorme Belastung, um das mal milde auszudrücken.

Daher mag ich Jens Span gerade nicht folgen, wenn er von einer „veränderten Lage“ spricht. Für mich bekommt seine Aussage gerade einen ziemlich bitteren Beigeschmack.

Was wir im Einzelnen dagegen tun können, liegt auf der Hand!

Bei grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, auch wenn wir das sonst nie gemacht haben, sofort seinen Arzt anrufen, um abzuklären, ob wir unter Umständen am Coronavirus erkrankt sind. Nämlich gerade die unentdeckten Fälle, all die, die aus Angst oder weil sie es nicht als das bewerten, nicht den Arzt konsultieren – von ihnen geht eine sehr große Gefahr aus, den Virus in einem erheblichen Maße zu verbreiten. Wichtig ist und es wird inzwischen in allen Medien verbreitet, nicht hingehen, sondern zunächst beim Arzt anrufen! Wir sind also alle gefragt!

Ich halte die Luft an und verfolge weiterhin die neuesten Meldungen rund um das Coronavirus. Ehrlich gestanden, ich wünschte, ich könnte das Luftanhalten beibehalten, um mich nicht anzustecken 🙃.

Nüchtern betrachtet – direkt aus Wuhan

Wie es in Wuhan, im Krisengebiet wirklich zugeht, das berichtet die Deutsche Studentin Franka in ihrer Doku auf Youtube und bleibt dabei in ihrem Interview äußerst nüchtern und informativ. Ich denke, das ist auch ein ganz wichtiger Punkt, denn Panikmache ist kontraproduktiv und bringt rein gar nichts.

Wer sich eingehend und aktuell informieren will, kann sich übrigens auf der Seite des Robert-Koch-Institutes einen guten Überblick verschaffen.

In diesem Sinne, bleibt gesund!

2 Kommentare zu „Wir sitzen quasi auf dem Pulverfass

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  1. Und ein Update, weil es so schön ist 😉Stand 06.03.2020: Momentan gibt es weltweit 98.699 bestätigte Infektionen. Aktuell Infizierte 39.872, daran gestorben sind 3.383 Menschen. Und bereits genesen sind 55.444 Menschen.

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  2. Update Kreuzfahrt: Die Vorsorgemaßnahmen sind für alle Gäste an Bord erweitert worden. Durch Wärmekameras werden alle Gäste vorweg kontrolliert. Das diese Maßnahme keinen erwünschten Erfolg, bei einer Inkubationszeit von 14 Tagen, zeigt, das müsste eigentlich schon bekannt sein. Reisende mit Atembeschwerden, Husten oder Schüttelfrost werden von der Einschiffung ausgeschlossen. Na das kann ja lustig werden… insbesondere wenn es um Raucherhusten geht 🤣. Während der gesamte Reise und gerade bei Landgängen, werden alle Reisende mit Wärmekamera auf Fiebersymptome untersucht. Intensive Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen erfolgen auf der gesamten Reise.
    Und die Einschiffung von Personen aus Gebieten mit einem erhöhten Risiko wird grundsätzlich verweigert. Auch allen Gästen, die innerhalb der letzten 14 Tage vor der Einschiffung engen Kontakt mit infizierten Personen hatten, wird der Zutritt verweigert. Es bleibt also weiterhin ziemlich spannend.

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