Hundeerziehung und was ist mit der restlichen Familie?

 

Damit der eigene Hund auf’s Wort hört, bedarf es Konsequenz! Ich glaube, in diesem Punkt sind wir uns alle einig, oder nicht?

Davon ausgenommen sind natürlich die, die ihre Hunde verhätscheln und im Kinderwagen durch die Gegen fahren (ausgenommen behinderte oder kranke Hunde).

Sorry, ich musste das nun folgende Bild etwas unkenntlich gestalten, um nicht noch von so einem aggressiven Hundebesitzer eins auf die Mütze zu bekommen.

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An alle, die ihre Hunde ohne Grund im Kinderwagen in der Gegend herumkutschieren: Ihr braucht dann jetzt auch nicht mehr bis zu Ende lesen. Ein Besuch beim Psychologen könnte ich euch aber wärmstens empfehlen.

Es ist sehr von Vorteil, wenn nur einer in der Familie die Hundeerziehung übernimmt  und alle anderen Familienmitglieder 1:1 die Kommandos übernehmen und auch befolgen. Macht ihr nicht? Dann lest weiter!

Doch es läuft nie so, wie man sich das vorstellt und oft läuft es auch völlig entgegengesetzt und unverhofft. Wie soll man damit umgehen, wenn die eigenen Kinder den Hund heimlich füttern und sich an gesetzte Regeln nicht halten wollen? Was ist, wenn der eigene Partner immer alles besser weiß und von der praktizierenden Hundeerziehung abweicht, gar Endlosdiskussionen darüber führt, was besser für den Hund sei? Was passiert, wenn die Großeltern beim Spaziergehen nichts befolgen – ja den Hund einfach laufen lassen oder Muddi ständig an ihm herumzuppelt?

Was aus diesen Hunden wird, liegt klar auf der Hand! Es dauert nur ein paar Wochen und der Hund ist völlig verkaspert und durcheinander. Spätestens dann hört er auf die mühsam erlernten Kommandos nur noch dann, wenn er Lust darauf hat. Oft weiß man ab dem Zeitpunkt gar nicht mehr, was man noch tun soll – die schiere Verzweiflung macht sich breit. Der Hund wird zur Nervensäge und fordert nur noch ein. Diese Hunde sind irgendwann komplett versaut und für einen Haushalt, indem vieles einfach voneinander abhängig ist, untragbar.

Dazu einmal die Regel 6 von einer hervorragenden Online-Hundeschule „www. deine-hundeschule.com„:

Du pfeifst und er tanzt.
Wenn nur ein Punkt auf dieser Liste stehen würde, dann wäre es dieser. Du pfeifst und dein Hund tanzt. Nicht umgekehrt. Häufig wird versucht, dem Hund alles recht zu machen. Daraus entstehen viele unnötige Probleme. Der Hund fordert z.B. den ganzen Tag Aufmerksamkeit und sein Mensch geht darauf ein. Am Ende sind beide hochgradig gestresst. Hunde sind Meister darin, sich ihrer Umwelt anzupassen. Achte darauf, dass dein Hund sich deinem Leben anpasst und nicht umgekehrt. Wichtig ist natürlich, dass seine Bedürfnisse in einem gesunden Rahmen erfüllt werden.

Ist ein Hund erst einmal über seine gesetzten Grenzen hinweggegangen, wird es für den erziehenden Hundehalter extrem schwer, ihn wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Im Prinzip kann man dann wieder bei Null anfangen. Und was viel schlimmer ist, der Hund nimmt  seinen Hundeerzieher in der Regel nicht mehr ernst. Ab dem Zeitpunkt ist man für Hundi nur noch der nervige Aggressor. Denn bei allen anderen darf er ja weiterhin tun, was er will und bekommt auch das, was er will.

Das Dilemma Familie-Hundleben ist geebnet. Nun fehlt es nur noch, dass wegen dem Hund ein Streit vom Zaun gebrochen wird, spätestens dann ist der Familienfrieden komplett aus den Fugen geraten.

Daher ist es so wichtig, sich vorher mit allen Beteiligten darüber im Klaren zu sein, was es bedeutet, einen Hund ins Haus zu holen. Nicht nur Toben und Kuscheln ist wichtig, sondern es ist extrem von Vorteil, dass alle das gleiche von ihrem Vierbeiner fordern und wollen. Quasi muss man zusammen an einem Strang ziehen, sonst klappt es mit einem ausgeglichenen Hund mit Sicherheit nicht.

Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern… eigentlich gab es festgeschriebene Regeln, die unser Dackel einhalten musste, um mit uns ein kompatibles Leben führen zu können. Wenn es da nicht unsere liebreizende Oma gegeben hätte – aber sie hat es ja nur gut gemeint… *Augenverdreh*

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Ihr könnt euch vorstellen, wie oft der Hund bei meiner Oma das eingefordert hat, was er von uns nicht bekommen konnte. Und er konnte so gut Schauspielern, denn  Schauspielern führt zum Erfolg! Die gewünschte Reaktion meiner Oma folgte meist sofort (Verzicht auf Forderungen, Streicheln, Trösten, Leckerbissen). Endresultat, Hund hörte nicht mehr, bettelte ständig am Tisch, winselte herum, machte einfach das, was er wollte, raubte jedem den letzten Nerv und wurde von Tag zu Tag neurotischer und fetter. Wir hatten dann „den schwarzen Peter“ und gaben Unmengen Geld für den Tierarzt aus. Wir mit unserem bekloppten Dackel musste nämlich nun ständig zum Tierarzt  rennen, weil er Fellproblem, Verdauungsprobleme und schlechte Zähne bekam – später dann auch Herzprobleme. Er ist schlussendlich an seiner Fettleibigkeit gestorben. Danke, liebe Oma – wie gütig von dir!

Aber dem lieben Hund zuliebe opfert man ja bekanntlich alles.

Dazu einmal die Regel 5 von „www. deine-hundeschule.com„:

Ignoriere forderndes Verhalten.
Forderndes Verhalten löst man am einfachsten und schnellsten, in dem man es einfach ignoriert. Wenn dein Hund kein Feedback für ein forderndes Verhalten erhält, löst es sich in der Regel zügig auf. Wenn er zu aufdringlich wird und nicht nachgibt, kannst du auch für 5 Minuten den Raum verlassen. Das wirkt oft Wunder.

Unser letzter Dackel wurde sogar bissig, weil meine Mutter, die mit der Zeit senil, uneinsichtig und alt war, ihren Dackel ständig mit hingebungsvoller Liebe anschrie. Max  war eigentlich mein Liebling. Mit Max bin ich durch dick und dünn gegangen, wir hatte extrem viel Spaß miteinander.

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Die letzten Jahre seines Daseins musste er allerdings ohne meine Zuneigung leben, denn er schnappt nach Allen und ließ sich von mir und auch von meiner Mutter nicht mehr anfassen. Armes Geschöpf! Irgendwann fraß er die starken Tabletten von meiner Mutter auf, die wahllos auf dem Boden verstreut waren, und ist daran natürlich verendet.

Bei größeren Hunden verhält sich das noch einschneidender. Ständig hängen sie dir fordernd am Rockzipfel, sind nervös und werden von Tag zu Tag verhaltensauffälliger oder hören überhaupt nicht mehr hin. Das geht so weit,  dass man sich mit dem Hund kaum noch in die Öffentlichkeit wagen, geschweige denn mal in Ruhe irgendwo sitzen kann. Da dauert es auch nicht mehr lang und ein normales und ruhiges Leben ist einfach nicht mehr möglich. Jede deiner Bewegungen wird mit aufspringen und hinterherlaufen quittiert. Ich kenne sooo viele Hundehalter, die der Meinung sind, das ihr Hund mit diesem Verhalten ihnen nur ihre immense Treue und Loyalität zeigen. So ein gequirlter Schwachsinn! Und später enden sie im Tierheim, weil sie die Bude auf den Kopf gestellt habe und das eigene Leben nur noch eingeschränkt zu leben ist.

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Ich kann es nicht mehr hören „lass den Hund doch!“ oder „der will doch nur Zuneigung“ oder „der liebt uns doch nur“ blablabla… es geht mir so auf die Nüsse, tagein und tagaus mit ansehen zu müssen, wie diese Hunde verhätschelt werden und mehr und mehr am Rad drehen.

Das ist doch keine Hundeliebe, das ist Quälerei! Die armen Geschöpfe nutzen alles zu ihrem Vorteil aus, das liegt in ihrer Natur. Und die Menschen können es nicht begreifen, ja sie blicken es überhaupt nicht, dass sie mit ihrer ständigen Aufmerksamkeit   dem Hund nicht gerecht werden. Sie lassen sich von ihren selbst verursachten Quälgeistern dominieren und finde es noch schön, wenn Hundimandi wieder Beachtung haben möchte. Oh lieber Gott, mach, dass dieser Wahnsinn vorbei geht.

Und das passiert täglich gestandenen Menschen mit Familie… muss ich mich da noch über unsere Nachkommenschaft und dessen sonderbaren Einstellungen wundern?

Meine Georgia kann das auch, nämlich liebreizend fordern. Sie schmeißt sich dazu  rücklings auf den Boden und wird natürlich prompt beachtet und gestreichelt. Oder sie stupst einen zärtlich an (und das ist echt megasüß, wie die das macht), wenn man gerade mal wieder an den eigenen Excel-Statistiken verzweifelt. Von mir wird sie in solchen Momenten ignoriert (ja, das fällt mir oft schwer). Doch eigentlich reißt sie mich schon mit ihrem Fordern unweigerlich aus der tiefen Konzentration raus. Denn auch wenn ich sie ignoriere, ich nehme ihr Fordern wahr und reagiere darauf.

Der Grund ihres Handelns liegt auf der Hand, sie langweilt sich und fordert Aufmerksamkeit ein. Daher ist es so immens wichtig, dass alle das Gleiche forcieren. Georgia muss ihre Aufmerksamkeit ausschließlich dann bekommen, wenn wir es wollen und nicht umgekehrt, sonst fordert sie immer mehr ein! Ich kann es mir nicht leisten, eine Dauerquerulantin um mich herumspringen zu lassen. Dann kann ich meine Verpflichtungen und mein Leben auch gleich an den Nagel hängen und alles dreht sich zukünftig nur noch um den Hund.

Ich weiß, wie schwer es fällt, in bestimmten Momenten einfach „Nein“ sagen zu  müssen.  Es gibt auch mal Ausnahmen, da gehe ich auf ihre Forderungen durchaus ein. Aber es müssen unbedingt Ausnahmen bleiben. Sonst tanzt sie uns ganz schnell auf dem Kopf herum.

fragendeblicke

Und für alle, die doch noch mal in sich gehen wollen, nun die 10 goldenen Hunderegeln von André Henkelmann von deine-hundeschule.com zum downloaden als PDF-Dokument!

hundeschulelogo

Am liebsten würde ich euch diese Regeln spiegelverkehrt auf die Stirn tätowieren, damit ihr die Regeln wenigstens, wenn ihr in den Spiegel schaut, lesen müsst:

10_goldene_Regeln

Mehr von André könnte ihr über seine Homepage www.deine-hundeschule.com in Erfahrung bringen. Es lohnt sich wirklich. Euer Leben wird einfacher und euer Hund fühlt sich in geordneten Verhältnissen wesentlich ausgeglichener und wohler, glaubt es mir! Ihr könnt unter Anleitung mit eurem Hund sofort ins Training gehen. Das festigt die Beziehung Mensch und Hund, der Wauwau wird gefordert, er ist ausgelastet und man hat gemeinsam viel Spaß.

Und ganz ehrlich, wenn ihr einen Kuschelersatz für Muddi oder Vaddi sucht, dann geht in den Garten und grabt nach Maulwürfen und kuschelt die tot – fangt aber mit meinem Garten an, denn die Tierchen rauben mir zurzeit gehörig den Nerv.

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Über einen Hund findet ihr nur bedingt was ihr benötigt. Vielleicht mal darüber nachdenken, warum Muddi oder Vaddi für euch keine Liebe mehr übrig hat? Und denkt daran, es sind NICHT immer die Anderen – fangt mal bei euch selbst an! Und an die einsamen Menschen unter euch sei gesagt, euer Hund schenkt euch nicht weniger Liebe, wenn er erzogen ist.  Er fühlt sich damit viel ausgeglichener und zufriedener!

Sorry, musste mal so klar geschrieben werden… das grenzt ja an Wahnsinn, was man da tagtäglich zu sehen bekommt. Die haben doch alle ’ne Macke.

In diesem Sinne, Hunde brauchen eine klare Linie und nur, wer sonst als wir, können ihnen diese Richtung aufzeigen!

Übrigens finde ich es sehr gut, das wir in Niedersachsen einen Sachkundenachweis, kurz Hundeführerschein, ablegen dürfen. Denn man setzt sich dann ganz automatisch mit den Bedürfnissen und Verhaltensregeln der Fellnasen auseinander.

Hierzu hat PETA nun aufgerufen, dass der Hundeführerschein bundesweit eingeführt wird. Den Artikel dazu könnt ihr hier finden.

 

 

4 Kommentare zu „Hundeerziehung und was ist mit der restlichen Familie?

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    1. Ja, ich auch… verstehe das wer will – ich allerdings kann mir darauf wirklich keinen Reim machen. Und soo viele kranke und gehbehinderte Hunde kann es gar nicht geben. Komische Tendenzen… vielleicht bin ich einfach nur zu alt, um so etwas zu kapieren. 😂

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