Bin zurück von Jacques Tilly

Düsseldorf. Ich muss so einiges auf Null setzen. Gerade wenn es um meine Skulpturen geht. Wow, also ich habe schon mit viel gerechnet, aber nicht mit sooo viel Neues. Ich bin total geflasht!

Es hat sich so sehr gelohnt, auf dem Workshop bei Jacques Tilly, in Düsseldorf vertreten zu sein! Es war einfach nur grandios!

Ich bin extra früher losgefahren… 300 Kilometer liegen vor mir. Gerade das Ruhrgebiet bietet ja allerhand Staus auf den Straßen. Und ich wollte eins vermeiden, nämlich zu spät zu kommen. Daher fahre ich schon um kurz nach sieben los. Um kurz nach 10 Uhr bin ich in Düsseldorf angekommen. Schnell hole ich meinen Schlüssel aus dem Hotel und dann wappne ich mich mit meiner Bohrmaschine, um einfach mal in Richtung der Wagenbauhalle zu gehen. Vielleicht ist ja schon jemand da.

Ich bin überrascht, denn ich bin nicht die Erste. Dadurch habe ich genügend Zeit, um in Ruhe durch die Wagenbauhallen zu schlendern. Nein, Foto davon sind von mir nicht gemacht worden. Vorweg informierte ich mich eingehend, daher weiß ich, das Fotografieren nicht so sehr erwünscht ist. Verständlich, denn wer will schon vorher seine Wagen für den Karneval in allen möglichen Medien wiederfinden. Das soll doch immer eine Überraschung bleiben. Gerade die politischen Wagen von Jacques Tilly bleiben übrigens bis zur letzten Sekunde geheim, aber davon hatte ich bereits in meinem vorgehenden Artikel berichtet.

Lasst euch einfach mal überraschen – ist ja nicht mehr lange hin bis zum nächsten Karnevalsumzug in Düsseldorf. Aber eins kann ich jetzt schon versprechen: GRANDIOS, was die da jetzt schon gebaut haben. Übrigens, nur der Düsseldorfer Karneval baut seine Wagen jedes Jahr neu! Mit anderen Worten, die sind immer vollkommen up to date 😉

Bei PR-Online könnt ihr auch einmal schauen, da gibt es eine Menge Bilder aus dem Bereich der Wagenbauhallen der letzten Jahre.

Ich konnte trotzdem einige Bilder machen. Nämlich von den Restbeständen der politischen Wagen, die bereits gefahren sind.

Ich war’s nicht 😂

Tja, Herr Trump. Eine Bloggerin, die von Ihnen ein Aktgemälde erschaffen hat, wurde dank Ihnen aus allen sozialen Netzen verbannt. Ich glaube kaum, dass Ihnen das beim Karneval gelingen würde. Vielleicht ja mit: „An alle Karnevalisten – RAUS mit EUCH – die FEIER ist hiermit beendet…“ Oder Sie setzen gleich mal Ihre neue Drohnentechnologie ein und schießen sich selbst gezielt vom Wagen 😂.

Die verärgerter Greta, die konnte ich aber einfangen. Übrigens Greta findet diese Großplastik toll.

Das ist unser Schulungsraum – jeder hat seine Kiste, in der das Notwendigste zum Bau einer Plastik zur Verfügung gestellt wird.

Der Bereich fürs Drahten unter der Aufsicht von Frau Merkel und Prinz Charles 🤪

Als erstes und das ist das Grundhandwerk, lernen wir, gemeinsam mit Jacques, das Drahten. Eigentlich echt simpel, denn beim Drahten geht es nur um zusammen drücken oder auseinander ziehen. Daraus entstehen die eigentlichen Formen. Ich habe da immer herumgequetscht und verbogen, bis der Arzt kommt – meine Unebenheiten konnte ich nur mit Pappmasché wieder ausgleichen und das dauerte eine Ewigkeit. Brauche ich jedoch nun nicht mehr, denn mit dem Drahten, wie ich es nun gelernt habe, entstehen erst gar keine Unebenheiten.

Hihi, die traurige Angela Merkel im Hintergrund schaut zu
Nach einer viertel Stunde war mein Herz fertig

Wir lernen auch das Grundgerüst zu bauen. Um so größer eine Plastik ist, desto wichtiger wird die Einhaltung der Statik. Die Plastik soll ja schließlich nicht vom Wagen fallen oder in sich zusammenfallen. Dazu wird auch eine Bauzeichnung erstellt. So ist man in der Lage ist, eine detailgetreu und maßstabsgerechte Plastik entstehen zu lassen.

Das Grundgerüst einer Großplastik
Diese Pyramidentechnik ist sicher für alle Großplastiken

Ich lasse mir meine Bauzeichnung vom Illustrator des Jacques Tilly Teams (hab den Namen schon wieder vergessen 😬 Spatzengehirn lässt grüßen) erstellen. Bis zuletzt wusste ich erst mal gar nicht, was ich wirklich bauen will. Ich ließ mich treiben und wollte erst einmal schauen, was überhaupt möglich ist. Unser Logo erschien mir letztendlich einfach genug zu sein.

Ich stand erst einmal eine ganze Weile davor, bis der Groschen allmählich fiel

Beim Bauen meiner Unterkonstruktion merke ich es schon… oh man, das wird tricky. Stunde später spricht mich Jacques darauf an, warum ich mir ausgerechnet so etwas Schweres aussuchen müsse. Mir ist das nicht bewusst, aber um sieben Uhr abends ist die Luft gänzlich bei mir raus. Wie sagt Jacques immer so treffend: Kreative Prozesse sind immer mit Leiden verbunden! Daher stapfe ich in mein Hotel, trinke zwei Bier und falle in den wohlverdienten Tiefschlaf.

Am nächsten Tag, als ich eintreffe, sind viele schon da und werkeln herum. Einige sind schon fast mit dem Drahten fertig und ich stehe immer noch vor meinem Grundgerüst 😂. Aber ich habe für mich den Druck herausgenommen. Mein Ziel ist es, mit dem Gerüst und dem Drahten vollständig fertig zu werden.

Nach und nach arbeite ich mich vorwärts.

Einige sind schon dabei, ihre Plastik zu kaschieren. Mir egal, ich verfolge mein Ziel und ich werde es erreichen!

Zwischendurch lernen wir noch eine ganze Menge über das Thema Kaschieren, wie man die Plastiken farblich in Szene setzen kann und wie Plastiken bearbeitet werden können, damit sie wetterfest werden. Geballte Ladung Theorie, die für mich sehr, sehr wichtig ist. Zwischendurch baue ich weiter.

Irgendwann steht Jacques vor mir – mein Werk ist fast fertig. „Genau so hätten wir die Skulptur auch erbaut“, sagt er. Das ist für mich genau die Bestätigung dafür, alles richtig gemacht zu haben. 😊 Ich bin zufrieden!

Kurz vor der Heimreise schnell auf meinem Pickup verspannt

Zuhause werde ich mit dem Kaschieren anfangen.

Jacques Geschenk an mich

Ich bekomme den Bau des Zylinders nicht mit, weil ich in diesem Moment mit dem Illustrator meine Skulptur bespreche. Daher schenkt mir Jacques seinen Zylinder. Zuhause kann ich ihn dann mit Hilfe seines Prototyps nochmals nachbauen. Und natürlich wird der Zylinder von Jacques kaschiert und bekommt einen Ehrenplatz 😊.

Ich bin absolut zufrieden mit diesem Wochenende. Das hat mich deutlich weitergebracht.

Am nächsten Tag sitze ich gleich im Büro und bestelle mir mein Handwerkszeug.

Bei meiner Spritzpistole habe ich mordsmäßig Glück.

Baugleich mit Abac 🙂 wer sich auskennt, weiß was ich damit meine.

Denn das Niederdrucksystem bekommt man nicht für ’nen Appel und Ei. Ich finde jedoch zufällig eins, dass noch neuwertig ist und nur wenige Male im Einsatz war. Natürlich wesentlich preisgünstiger, als wenn ich es neu hätte kaufen müssen. Ich schlage sofort zu. Für den Stand- und Skulpturenbau ist es genau richtig und wird mir für die Zukunft eine Menge Zeit ersparen. Dass ich bis dato noch nicht selbst drauf gekommen bin 🧐. Dafür musste ein Jacques daher kommen 😉.

Der Workshop, um das abschließend nochmals auf den Punkt zu bringen, war richtig intensiv, lehrreich und super interessant!

Auch für unser leibliches Wohl wurde ausreichend gesorgt und es war sehr lecker. Dafür nochmals mein großes Dankeschön!

Und mein riesiges DANKESCHÖN geht natürlich an Jacques und Team, für all die tollen Ratschläge, Informationen und Hilfen und natürlich für das was ich unter eurer Anleitung lernen durfte! Es hat sich absolut gelohnt, dabei gewesen zu sein, ich kann es gar nicht oft genug wiederholen!

Ich werde den Workshop im nächsten Jahr nochmals machen. Sicherlich merke ich mir nicht alles und um das ganze noch mal zu vertiefen, lohnt sich ein zweiter Workshop allemal.

Zumal, ich bin gerne in Jacques Atelier. Jacques spricht mir oft aus der Seele. Seine Ansatzpunkte, an bestimmte Themen heranzugehen, entsprechen genau meiner Wellenlänge. Schnell und preisgünstig ans Ziel kommen und mit den Plastiken trotzdem viel Eindruck schinden. Sein Humor gefällt mir sehr.

Wie Jacques, bin ich auch irgendwie Eigenbrötler durch und durch. Ich brauche keine Menschen… naja fast nicht 😜. Ich sitze entweder in meinem Büro um zu programmieren, Artikel zu schreiben und Adobe mit Fotos und Zeichnungen auszureizen. Oder ich bin in der Werkstatt, um zu werkeln und zu bauen. Mir etwas zu schenken, ist einfach. Handwerkszeug oder Sachen für meinen PC. Über Parfüm, Schmuck, Taschen oder sonstige Spielereien freue ich mich nicht, denn ich brauche es nicht. Die meiste Zeit rennen ich hier auf unserem Hof in Dachdeckerhose und Gummistiefeln herum. Das Leben auf das Wesentliche zu konzentrieren, zurückgezogen weit ab von jeglichem Trubel, mit den Hunden durch die Wälder zu streifen oder zum Strand zu fahren, das bringt mir mehr, als dem Mainstream Kaufrausch, Mode, Schminke oder halt dem geläufigen Irrsinn zu entsprechen. Da bleib ich doch lieber bei meinem ganz persönlichen Wahnsinn 🤪.

Daher, wer noch einen Fundus Werkzeug oder Maschinen abzugeben hat, immer her damit – ich kann alles gebrauchen. Momentan bin ich auf der Suche nach einem guten aber preisgünstigen Industriestaubsauger. 😁

Im Übrigen bin ich heilfroh, nicht kaschiert zu haben. Die Heimreise trete ich im strömenden Regen an. Da wäre das Kaschierte an der Plastik schnell hinüber gewesen. Alles hat sein Gutes, gä! 😃

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